[RT] 5.2. Nachbericht – Blockade gegen Querdenken

Am 05. Februar haben wir,  im Anschluss an die Kundgebung des Bündnis „Gemeinsam und solidarisch gegen Rechts“   mit 150 Antifaschist:innen den Ablauf der Reutlinger Querdenken-Demo gestört. Wir haben uns den Impfgegner:innen, Verschwörungs-theoretiker:innen und nicht zuletzt den Rechten in den Weg gestellt, die sich seit Wochen zu Tausenden in Reutlingen versammeln.

Dieses Sammelbecken an Coronaleugner:innen äußert nicht nur reaktionäre, individualistische und unsolidarische Kritik an den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, sondern läuft Hand in Hand mit der AfD und der faschistischen Kleinstpartei “Der III. Weg“.

Das Einstehen für Freiheitsrechte kann nur mit klarer Kante gegen rechte AkteurInnen und Verschwörungsmythen passieren. Deshalb haben wir versucht die Demo der Querdenker zu blockieren  und damit verhindert, dass diese Ihre vorgesehene Route laufen können. Wir sind uns bewusst, dass wir nicht in der Lage sind einen zahlenmäßigen Gleichstand zu Querdenken in Reutlingen herzustellen, geschweige denn auf unserer Seite mehr Menschen zu mobilsieren. Das machen wir aber nicht nur an unserer eigenen Schwäche fest. Denn wir sind überzeugt davon, dass die Mehrheit der Menschen kein Interesse an einer rechts-offenen Massenbewegung hat, an deren Spitze sich Rechte und Faschisten stellen. Aber: wir befinden uns weiterhin in einer Pandemie und darunter leider natürlich auch unser Mobilisierungspotenzial.

Trotzdem: Dort wo es uns möglich ist den Ablauf der Demos auch mit weniger Menschen zu stören, dort wo wir symbolische Erfolge machen können und dort wo es uns sinnvoll erscheint müssen wir uns den Querdenkern auch weiterhin in den Weg stellen.

Auch wenn die Cops mal wieder gezeigt haben, dass Antifaschismus wie immer kriminalisiert wird, während Rechten die Straße freigehalten wird, haben wir gezeigt, dass wir „Querdenken“  in Reutlingen nicht einfach laufen lassen.  Denn Rechten überlassen wir niemals die Stadt.

Eine Kritik an den staatlichen Coronamaßnahmen ist wichtig und richtig. Dort wo sie jedoch ohne eine Kapitalismuskritik auskommt, werden nicht selten einzelne Schuldige ausgemacht, anstatt das Sytem als Ganzes zu kritisieren.  Sinnvolle Kritik muss eine Kapitalismuskritik beinhalten und somit ein System anprangern, das Profite vor Menschenleben stellt, das Pflegekräfte beklatscht anstatt ihre prekären Arbeitsbedingungen zu verändern und das inmitten der Klimakatastrophe einem Konzern wie Lufthansa 18.000 Leerflüge finanziert, anstatt die Schulen mit Luftfiltern auszustatten.

Wir sagen deshalb: Solange Antisemitismus und Holocaustrelativierung zum guten Ton auf Querdendemos gehören und rechte AkteurInnen unbehelligt mitlaufen können, solange die Kritik an den Maßnahmen jegliche Solidarität vermisst und die pandemische Situation leugnet, solange werden wir uns diesen Aufmärsche entgegenstellen!

Gegen rechte AkteurInnen jeglicher Colouer- Für einen konsequenten Antifaschismus!
Für eine gutes Leben für Alle und eine solidarische Pandemiebekämpfung!