Am 19. Februar – dem nun 6. Jahrestag des rassistischen Anschalgs in Hanau – haben wir in Tübingen einen Gedenkspaziergang veranstaltet. Jedes Jahr nennen wir neun namen. In diesem Jahr sind es 10. Denn in diesem Jahr ist Ibrahim Akkuş an den Spätfolgen des Anschlags gestorben.
Nennen wir die Namen der in Hanau ermordeten Menschen meinen wir damit immer alle Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Beim Gedenkspaziergang haben wir an verschiedenen Orten in der Stadt Koffer in Gedenken an die zehn Ermordeten abgelegt und konnten ihre Biografien sowie Stimmen ihrer Angehörigen hören.
Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kenan Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov und Ibrahim Akkuş.
Ihre Namen sind eine Anklage, sie fordern uns heraus, den rassistischen Normalzustand zu benennen und zu bekämpfen. Im alltag, in Behörden, in den vermeintlchen Sicherheitsbehörden, in Politik und in den Medien. Dort, wo weggesehen, relativiert, Stimmung gemacht oder geschwiegen wird.
Gegen das Vergessen, gegen die Verharmlosung, gegen das Verdrehen der Wahrheit, gegen den rassistischen Normalzustand!
Say their names. Immer. Überall.








